Podcast-Talk „Make or Buy“

Foto: Jan-Markus Holz

Beim von Christian Arndt (hr) moderierten Podcast-Talk ging es um die Frage „Make or Buy“ und wie freie Mitarbeitende in diesem wachsenden „Geschäftsfeld“  der öffentlich-rechtlichen Medienhäuser bestmöglich eingebunden werden können. Thomas Müller, verantwortlich für das Programm der ARD Audiothek, zeigte sich zuversichtlich, dass erstens die Quote von „zwei Drittel Eigenproduktionen“ auch in Zukunft gehalten werden könne und zweitens die „digitalen Senioren“ der Zukunft verstärkt anspruchsvolle Audioinhalte nachfragen würden.

Stephan Ziegert, Redaktionsleiter von Detektor.fm sprach über die Kooperation mit dem RBB für den inzwischen mehrfach preisgekrönten Story-Podast „Teurer Wohnen“, wo beide Partner ihre unterschiedlichen Stärken ausspielen konnten, und Davide di Dio (hr), Headautor für „Das Imperium Heidi Klum“ erklärte, wie eine Volontärinnen-Idee zum erfolgreichen „Hero Content“ der Audiothek wurde.

Nicht unerwähnt blieb auch das Dilemma der Freien, immer höchste Qualität liefern zu wollen und deshalb oft mehr Zeit investieren zu müssen, als sie tatsächlich bezahlt bekämen. Will die ARD ihren Auftrag auch in der digitalen Sphäre optimal erfüllen, braucht es eine auskömmliche Finanzierung.

Werkstatt „Altersversorgung für Freie“

Freienkongress 2025 im hr. Werkstattgespräch gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. Ort: Pinte. Moderation: Sylvia Kuck DJV Hessen.
(vlnr) Manfred Hoffmann, Sylvia Kuck, Iris Gebing, Kati Kuhn

Auch junge Kolleginnen und Kollegen sollten frühzeitig an ihre Absicherung im Alter denken. Iris Gebing von der Pensionskasse Rundfunk erklärte, inwiefern Mitglieder auf die PKR-Rente zählen können. Beim Versorgungswerk der Presse, das durch Manfred Hoffman vertreten war, können sich Freie von ARD, ZDF, DLR und DW im Wesentlichen eine private Altersvorsorge aufbauen. Außerdem wurde deutlich, dass sich werdende Mütter automatisch bei den zuständigen Abteilungen der Anstalten melden. Kati Kuhn vom hr-Personalservice wies darauf hin, dass auch die Väter in der Elternzeit besser abgesichert sein könnten. 

Workshop Urheberrecht

Dennis Amour (BJV), Moderatorin Anja Arp (WDR) und Martha Richards (ver.di). Foto: Jan-Markus Holz

Der Workshop Urheberrecht war mit rund 20 Teilnehmern recht gut besucht. Martha Richards und Dennis Amour von ver.di und BJV haben über das Urheberrecht und über den ARD-Urhebertarifvertrag informiert. Besonders wichtig waren aber auch zahlreiche Anregungen für die anstehenden Verhandlungen zu einem neuen Urhebertarifvertrag. Denn nach 25 Jahren ist er angesichts der rasanten technischen Entwicklungen in die Jahre gekommen. Stichwort ARD Strukturreform, Kompetenzzentren oder auch KI.

Werkstatt „Bestandsschutz statt Generationen-Konflikt“

Foto: Jan-Markus Holz

Verschiedene ARD-Anstalten haben bereits Regelungen für langjährige freie Mitarbeitende – dass man etwa nach 20 Jahren oder ab dem Alter von 55 Jahren nicht „beendet“ werden kann. Das garantiert in der Regel aber nicht die Höhe der Einkünfte. Beim RBB wurde ein Tarifvertrag für den Bestandsschutz der älteren Mitarbeitenden auch durch eine Unterschriftenaktion jüngerer Kolleg:innen gestoppt. Sie befürchteten Nachteile für sich, wenn die langjährigen Mitarbeitenden diese Beschäftigungsgarantie bekämen.

Beim SWR zum Beispiel erhalten Freie nach sechs Jahren eine Honorar- und Beschäftigungszusage – wenn der Vertrag verlängert wird. Doch der Nachwuchs, der zu geringeren Honorare einsteigt, beklagt eine sechsjährige Periode starker Unsicherheit vor der Entscheidung, während derer sich die Kolleg:innen sehr unter Druck fühlen. Bei der Deutschen Welle wurden Abfindungen für Langjährige im Falle von Beendigungen ausgehandelt. Das hat die Zahl solcher Fälle stark sinken lassen, weil man dieses Geld ungern ausgeben will.

Freienkongress 2025 – das Programm

Am 25. und 26. April findet der Freienkongress statt — diesmal beim Hessischen Rundfunk, der seit Januar auch den ARD-Vorsitz innehat. Veranstalter ist der Freienrat, die Schirmherrschaft teilen sich der Intendant und der Gesamtpersonalrat des hr. 

Worum geht es? Im Mittelpunkt steht der Austausch auf kleiner und großer Bühne zu aktuellen tariflichen, arbeitsrechtlichen, journalistischen und lebenspraktischen Themen, die für die freien Mitarbeitenden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk von besonderer Relevanz sind. In Werkstattgesprächen geht es um Fragen wie „Alt gegen Jung – fairer Bestandsschutz statt Generationenkonflikt“, um Urheberrechtsbelange für Freie bis hin zum ewigen Thema Altersvorsorge.

Der Freienkongress hat sich über die Jahre auch zu einem medienpolitischen Forum entwickelt, zu dem der Intendant ebenso eingeladen ist wie Akteurinnen und Akteure aus Medienpolitik, Gewerkschaften, Wissenschaft und Journalismus. Moderiert vom SWR-Journalisten Stefan Tiyavorabun diskutieren am Freitagnachmittag unter anderem Mika Beuster (DJV-Bundesvorsitzender) und Staatssekretärin Heike Raab (angefragt) sowie Heiko Hilker (MDR-Rundfunkrat) mit dem ARD-Vorsitzenden Florian Hager über mögliche Auswirkungen des Reformstaatsvertrags auf freie Mitarbeitende.

Am Samstagvormittag stellt der Freienrat unter dem Motto „Öffentliche Rechtliche im digitalen Raum – Unverzichtbar, aber bedeutungslos?“ die ultimative Plattformfrage. Wie, womit und wie lange noch erreichen beitragsfinanzierte Medienhäuser ein junges, „nonlineares“ Publikum auf kommerziellen Social Media Plattformen? Welche gemeinwohlorientierten Alternativen sind denkbar oder schon in Arbeit? Mit Florian Kumb (Leiter der Direktion „Audience“ beim ZDF), Volker Grasmuck und Björn Staschen (NDR), dem Initiator von „Save Social“.

Am Megathema Künstliche Intelligenz besteht für die Freien im ÖRR ein besonderes Interesse. Denn ihr Einsatz birgt zugleich große Chancen und erhebliche Risiken: Zum Beispiel verlassen sich manche Redaktionen — statt Fachautorinnen und -Autoren zu beschäftigen — auf die billigere „Expertise“ von Chatbots. Genormte Sendeformate wie Nachrichten, Wetter und Sportergebnisse werden zum Teil schon von KI-Stimmen verlesen. Die Kernfrage lautet: Wie wollen die Sender KI einsetzen, um ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen, und wie können Freie dabei profitieren, statt Beschäftigung zu verlieren? Auf dem Podium: KI-Experte Jan Eggers (hr), Prof. Dr. Claudia Loebbecke (Uni Köln), Moritz Metz (DLF), Matthias von Fintel (ver.di). Es moderiert Manfred Kloiber (DLF).

Die Veranstaltung beginnt mit einem „Soft Opening“ am Freitag ab 12 Uhr und endet am Samstag gegen 15 Uhr mit der Verleihung des vom Freienrat verliehenen Preises „Das dicke Brett“.

Am Freitagabend gibt es zudem die Möglichkeit, „Dribbdebach“ bei einem Glas Äppler weiter zu netzwerken.  

Die Teilnahme ist bevorzugt in Präsenz möglich, wer es nicht ins Funkhaus am Dornbusch schafft, kann auch via Teams teilnehmen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch unbedingt erforderlich.

Zeitplan Freitag, 25.04.

12:00 Uhr: Soft Opening, Registrierung   (Foyer Sendesaal)
13:00 Uhr: Begrüßung durch Freienrat und Gesamtpersonalrat
13.30–15:30 Uhr: Werkstattgespräche (parallel)

(A) Fairer Bestandsschutz statt Generationenkonflikt (Foyer Sendesaal)
(B) Urheberrecht (Studio 1)
(C) Altersvorsorge (Pinte? tbc)
(D) Podcast – Kernkompetenz oder „Zukauf“? (noch nicht final)

16:00 Uhr: Podium 1: „Der Reformstaatsvertrag und die Freien“(Studio 1)
17:30 Uhr: Cooldown bis 18 Uhr

Ab ca. 18:30 Uhr: „For Äppler Young“ – informeller Abend in Sachsenhausen

Samstag

10:00 Uhr: Open Doors, Kaffee     (FS Studio 1 / Pinte???)
10:30 Uhr: Podium 2: „Öffentlich-Rechtliche im digitalen Raum –  Unverzichtbar, aber bedeutungslos?“ (Studio 1)
12:00 Uhr: Mittags-Netzwerkpause (FS Studio 1 / Pinte)
13:00 Uhr: Podium 3: „KI – Dein Feind und Helfer?“ (Studio 1)
14.30 Uhr: Preisverleihung „Das Dicke Brett“ (Studio 1)
15:00 Uhr: Ende und Verabschiedung

Podcasts – Make or Buy und Frei? (Creator Room)

Gäste: 
Stephan Ziegert (Detektor.fm – „Teurer Wohnen“)
Davide di Dio (hr — Headautor „Das Imperium Heidi Klum“)
Thomas Müller / Kajsa Norell (ARD Audiothek)

Host: Christian Arndt

Laber-Podcasts, Promi-Podcasts, Story-Podcasts. Die „Öffis“ haben die Audiokompetenz in den Genen: 100 Jahre Radio mit großartigen Reportagen, Features und Hörspielen. Aber wie sieht es mit Audioformaten jenseits des linearen Hörfunks aus? Wie geht „Podcast-Radio“? Wieviel Podcast geht mit Bordmitteln, was wird extern zugekauft, wo und wie können freie Mitarbeitende mitmischen?  Wir beleuchten zwei sehr unterschiedliche Erfolgsmodelle und sprechen über die Podcast-Strategie der ARD. 

Werkstattgespräch Urheberrecht

Es gibt einen Urheber-Tarifvertrag, der seinerzeit für die ADR zentral verhandelt wurde. Die meisten ARD-Anstalten haben ihn übernommen. Darin wurde seinerzeit zum Beispiel die Online Abgabe in Höhe von 4,5 % auf Beiträge vereinbart, die für das lineare Programm erstellt werden und darüber hinaus online genutzt werden. Das Urheberrecht ist ein zentraler Bestandteil unserer Einkünfte als freie Mitarbeiter:innen in der ARD. Deshalb ist es wichtig Urheberrechte wie den Online-Zuschlag zu verteidigen.

Mit Martha Richards (ver.di) und Dennis Amour (BJV)

Workshop: Alt gegen jung? Fairer Bestandsschutz statt Generationenkonflikt


Gute Arbeit ohne soziale Sicherheit gibt es nicht. Tarifliche Bestandsschutzregeln sollen den Schutz aus der Welt der Arbeitnehmer auch für feste Freie heben. Aber ob geschlossener Kreis, Beendigungsschutz oder Honorargarantie: In Zeiten der öffentlich-rechtlichen Finanzkrise und Personalabbau wird auch der beste Bestandsschutz zur Gerechtigkeitsfrage. Wie können wir den Generationenkonflikt unter Freien so (nach)regeln, dass sich die Alten ihrer Zukunft sicher sein können, ohne den Jungen alle Wege zu verbauen?

Mit Michael Hirschler, DJV. Moderation: Christoph Reinhardt

Freienkongress 2025 – Hotels und Unterbringung

  • 5. Rioca Frankfurt Posto 7, Adickesallee 36, 60322 Frankfurt, +49 69 200 912 510, frankfurt-posto7@rioca.eu, rioca.eu (im Rioca gibt es unter dem Buchungscode „FREIENKONGRESS“ 10% Rabatt)

Anmeldungen für Freienkongress 2025 gestartet

Ab sofort können sich alle Interessierten für den Freienkongress 2025 anmelden. Gastgeber ist in diesem Jahr der Hessische Rundfunk. Der Kongress findet statt

Kontakt beim hr: Christian Arndt

Der Kongress wendet sich an alle, die sich mit der Interessenvertretung von freien Mitarbeitenden im öffentlichen Rundfunk beschäftigen und vor allem an alle Freien selbst. Angestellte sind selbstverständlich herzlich willkommen. Das Programm wird derzeit erstellt und im März u.a. hier veröffentlicht.